Der schönste Bahnhof der Republik: Darmstadt- Eberstadt

DaDiNatus – Kreisverkehrsgedanken….

Stand Dezember 2017 – Ein Jahr danach

Ein Jahr nach Baubeginn präsentiert sich der Bahnhof als an vielen Stellen offene Wunde - aber - und das ist wohl das Wichtigste: weitgehend funktionsfähig mit einem nahezu niveaugleichen, bequemen Einstieg in die seit dem 12.12.2017 verkehrenden neuen Doppelstocktriebzüge. Der Fahrstuhl-Schacht wächst und von Ostenaus  fällt wieder Morgenlicht in den Unterführungstunnel.


Stand Juni 2017 – Der Durchbruch nach Westen

Es ist vollbracht – der Weg nach Westen ist ohne zusätzliche Treppe offen. Von der Tunnelsole führt eine Rampe ins freie, direkt zur Haltestelle des P-Busses. Der Weg ist noch provisorisch aber nutzbar und eine Erleichterung für alle Umsteiger von Bahn nach Bus und umgekehrt.

 

Stand April 2017 – die Bahnsteige wachsen

Auch wenn man am Gleis 1 noch in die Tiefe springen muss – am Gleis 3 ist ein neuer Bahnsteig gewachsen, der einem diese Mutprobe erspart. Alle Fahrrad- und Kinderwagenfahrer danken!

Spatenstich (November 2016)

Hurra, Max Maulwurf fängt an, zu graben und untertunnelt den Bahnof Eberstadt für einen neuen Zugang von der Westseite aus.
Wer sich die Mühe macht, von der Bushaltestelle Richtung Eberstadt den Wiesenweg vor dem Bahndamm ein paar Schritte hineinzulaufen, kann sogar die Aushänge studieren und sieht unter anderm das Folgende:

Sonderprogramm „Sanierung kleiner Bahnstationen“ (31.07.2015)

Vorwärts, Länder und Kommunen: An die Fördertöpfe! Das Bundesministerium für Verkehr (u.v.a.m.) hat am 31.07.2015 ein neues Sonderprogramm über 50 Millionen EURO angekündigt, das der Sanierung kleiner Bahnstationen zu Gute kommen soll. Denn, so sagt der Minister:

Zitat: „Sie“ (die Bahnhöfe und Stationen) „sind oftmals das Aushängeschild einer Gemeinde“.

Und, wollen Pfungstadt und Eberstadt wirklich ein so schönes Aushängeschild in Ihrer Mitte, wie den jetzigen Eberstädter Bahnhof?

Wenn man die Pressemitteilungen des Ministeriums der letzten 5 Jahre nach den Stichworten „Sanierung“ und „Bahnhof“ durchforstet, stößt man oft auf Siegesmeldungen, die stolz den Abschluss der Arbeiten an Bahnhöfen wie Rosenheim oder Vilshofen verkünden. Das dies Orte im schönen Bayern sind, ist natürlich purer Zufall oder der Sanierungsbedürftigkeit des Freistaates als Ganzes geschuldet.

 Aber: Soll das so weitergehen? Es ist doch schliesslich ein Bundesministerium, dass dieses Programm auslobt – sollten sich in Hessen und anderswo nicht noch ein paar Stationen finden lassen, die auch ein bisschen „Bedürftig“ sind? Ist nicht sogar der Bahnhof Eberstadt eine von diesen?

Falls jemand Bedenken hätte, die im Programm erwähnte Grössengrenze der förderungssfähigen Objekte von maximal 1000 Fahrgästen am Tag könne für Eberstadt zu niedrig liegen, den kann ich beruhigen:
Sobald der Hang an der Zugangsrampe weiter abstürzt, kommen nur noch Fahrgäste mit Bergsteiger-Ausrüstung an den Bahnsteig und geübte Hochspringer in die Züge. Spätestens dann wird die Zahl der täglichen Ein- und Ausstiege sehr deutlich unter 1000 liegen.

Quelle: http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2015/075-dobrindt-programm-barrierefreie-bahnstationen.html

Freier Fall ohne Anschluss– Endstation  Eberstadt (15.09.2015)

Da guckst Du! Wenn Du mit dem Fahrrad in einen Zug der RB 60 gestiegen bist, und ausgerechnet in Eberstadt aussteigen möchtest. Und dann ist es noch so ein altehrwürdiger ReKo-Wagen aus der Zeit der Silberlinge, mit diesen wunderbar hohen Wagenböden und den schmalen Trittstufen, die steil nach unten führen. Was für eine Mutprobe! Bungee-Seil-Springen darfst Du Dir ab heute sparen – dass gibt es bei DB-Regio alles umsonst und gratis!

Wer Glück hat oder auf das Niederflur-Symbol der Fahrplanauskunft achtet, hat es etwas einfacher. Der Ausstieg aus den alle 2 Stunden verkehrenden Doppelstockzugwagen stellt eine deutlich geringere Hürde dar – auch hier dürften Kinderwagen- oder Rollstuhlfahrer aber ihre liebe Not haben.

Falls Du – gerade aus Richtung Frankfurt heimkehrender Pendler -  darauf gehofft hast, einen Bus nach Pfungstadt zu erwischen, so wirst Du – vorausgesetzt der Zug kommt pünktlich zur Minute 37 an – noch mit dem Blick von oben auf den eben auf der Straße haltenden Bus der Linie P belohnt.
An einen Zustieg ist in der Regel nicht zu denken. Die 15 Minuten Wartezeit am Bushäusschen sind ganz für Dich! Sei getröstet, oh Pendler: Abends dauert es noch länger!

Von einer Sportart muss ich in diesem Zusammenhang dringend abraten: Ganz Ungeduldige versuchen, die Umsteigezeit dadurch zu verkürzen, dass sie verbotenerweise auf das Gleis 3 nach Pfungstadt springen und dieses mit dem Direktziel Bushaltestelle überqueren, obwohl an dieser Stelle kein BÜ (Bahnübergang) eingerichtet ist. Potentiellen Nachahmern sei gesagt, dass sie die Sicherheit im Eisenbahnbetrieb gefährden! Und der Erfolg ist nicht sicher! Es ist doch wohl keinem Busfahrer zu verübeln, wenn er rechtzeitig die Türen seines Fahrzeuges vor solchen Strolchen verschließt, die die Abenteuer des Schienenstranges an Stellen auskosten wollen, die der Gesetzgeber und das Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen nicht vorgesehen haben.

Zusatzinformation: http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/stadt-will-mit-eberstaedter-bahnhof-sanierung-2017-beginnen_15746731.htm





 
Na dann mal los....

...solange noch welche hier halten!










... und nicht ausrutschen und nicht hinfallen!!





Gleis 2 im Weitblick.....

Ortsbummler oder Stadt-Express  - Die Linie P

Man kann es bekanntlich nie allen Recht machen. Auch den Fahrgästen der Linie P nicht –  deren Interessen verschieden sein werden. Ich denke aber, es gibt mindestens zwei Grund-Interessen, die man voneinander unterscheiden kann:

A)     Das Interesse, der Bus möge möglichst nahe an der eigenen Haustür halten und dann, ohne dass man umsteigen muss, bis zum Ziel durchfahren. Die Dauer der Fahrt ist, da man keinen Anschluss erreichen muss, meist von untergeordneter Bedeutung. Die Taktfolge ist meist auch nicht so wichtig, wenn es wenigstens eine Fahrt gibt, die zeitlich paßt.

B)     Dem gegenüber steht das Interesse, schnell und häufig zentrale Umsteigepunkte erreichen zu können, um von dort aus schnell (also zumindest ähnlich schnell wie mit dem eigenen Kfz) ins nahegelegene Stadtzentrum oder an einen grossen Bahnhof zu kommen.

Beide Interessen haben ihre Berechtigung – lassen sich aber kaum störungsfrei miteinander verbinden. Jeder Kompromiss wird die eine oder andere Seite irgendwie verprellen. Linienführung und Fahrplan der Linie P (PE) versuchen genau diesen Kompromiss, aus dem sich folgende – aus meiner Sicht negative - Konsequenzen ergeben:

  • Ein Anschluss an die RB60 von und nach Frankfurt/M. am Bhf. Eberstadt kommt nur selten zustande. Gerade in den Abendstunden ist dies für Bahnreisende lästig.
  •  Die Fahrzeit nach Darmstadt Stadtmitte (Umsteigen an der Wartehalle) ist – im Vergleich zum Kfz indiskutabel lang.
  • Fahrten zu den Nachbarorten Seeheim oder Griesheim geraten mit dem ÖPNV zur Weltreise,
  • Die tagsüber (ab 4:30 Uhr) eingesetzten 18m Gelenkbus-Fahrzeuge sind für den Verkehr innerhalb Pfungstadts häufig überdimensioniert – sowohl was das Fahrgastaufkommen als auch was die Strassenbreite betrifft.

Gibt es Alternativen? Ich denke, ja!
Wenn man sich davon verabschiedet, den Verkehr innerhalb von Pfungstadt (incl. Ortsteile) und den Verkehr in die Nachbarorte mit der gleichen Linie zu bewältigen, könnte man die aufgezählten negativen Konsequenzen dieser Kopplung abmildern. Folgendes erscheint mir überlegenswert:

  • Zwei zentrale Umsteigepunkte in Pfungstadt – den Bahnhof Pfungstadt auf der einen und die Kreuzung Eberstaedter Str. /Borngasse auf der anderen Seite.
  • Ein Ortsbus für Pfungstadt, der Umsteigepunkte und Ortsteile verbindet – auch mit gelegentlichen Erweiterungen der Streckenführung  im Fahrplanrandbereich.
  • Eine Regionalbusachse (OstWest) Eberstadt (Wartehalle) – Eberstadt (Bhf) – Pfungstadt (Bhf) – Eberst. Str. – Hahn – Almenfeld – Gernsheim.
  • Eine Regionalbusachse (NordSüd) Griesheim (StraBa) – (Eschollbrücken) – Pfungstadt, Borngasse – Pfungstadt (geschlossenes Schwimmbad) – Schuldorf – Jugenheim (StraBa)

Die Achse „OstWest“ sollte einen Anschluss an die RB60 von und nach Frankfurt  sicherstellen und im Idealfall auch einen gelegentlichen Anschluss von und nach Mannheim am Bhf. Gernsheim. Ein Anschluss an die Straßenbahn in Eberstadt (Wartehalle) ergibt sich wochentags wegen der 3 verkehrenden Linien (6,7,8) in jedem Falle und sollte den Fahrplan des Busses nicht so dominieren, dass andere Anschlüsse nicht Zustandekommen. An Wochenende und in Tagesrandlagen sollten auch hier Anschlüsse geplant werden.
Anmerkung zum Fahrplanwechsel im Juni 2016:
Im Tagesfahrplan (bis 19:00 Uhr Werktags) wurde die Abfahrtszeit des P-Busses auf die Minute 42 verlegt und durch die Verlängerung der Linie K60 von Gernsheim bis Darmstadt Eberstadt verstärkt. Vielen Dank dafür!

Die Achse „NordSüd“ sollte an ihren Endpunkten Anschlüsse zur Strassenbahn Darmstadt herstellen, einmal in Griesheim an die Linie 9 und in Jugenheim an die Linie 8.

Wie üblich, setzt spätestens hier der Chor der Skeptiker mit dem beliebten Stück ein: „Wer soll das bezahlen?“. Darauf fallen mir zwei unterschiedliche Antworten ein:

  • 1.)    Die Nutzer – deren Zahl durch verbesserte Verbindungen ansteigt.
  • 2.)   Wenn man einen funktionierenden öffentlichen Personenverkehr will und ihn zur Gemeinsache erhebt: die Bürger auf dem Wege einer „Bürger-Fahr-Karte“. In Urlaubsgebieten funktioniert soetwas als (Kur-Karte getarnt) ausgesprochen gut und ich sehe nicht, dass das Argument „wenn ich etwas bezahlt habe, dann nutze ich es auch“ nicht auch in Pfungstadt zieht. Natürlich müssen die Bürger der Stadt eine „Bürgerfahrkarte“ mehrheitlich wollen und  sich dann mit dem RMV über die Rahmenbedingungen einigen.

 Weiterführende Hinweise:
Beispiel für umlagefinanzierten ÖV – der Walserbus:  http://www.kleinwalsertal.com/de/aktuelles-und-service/service/walserbus


Ren66 ab September 2015